Schmerztherapie der Wirbelsäule Minimalinavasive Behandlungen

Was ist eine CT-gesteuerte periradikuläre/periartikuläre bzw. epidurale Therapie?

Bei der periradikulären Therapie wird eine dünne Injektionsnadel unter computertomographischer Kontrolle nahe an eine Nervenwurzel im Bereich der Wirbelsäule geführt. Dort kann man gezielt und sehr genau lokal Medikamente einbringen, um chronische Schmerzzustände zu lindern. Die Computertomographie garantiert eine millimetergenaue Planung und Steuerung der Injektion.  Nach einer kurzen Einstellungsmessung wird der Pfad elektronisch simuliert und dann die Nadel mit Hilfe des Ziellasers durch den Arzt vorgeschoben. Dabei wird kontrolliert, dass keine Nerven oder größeren Blutgefäße verletzt werden. Dies hat entscheidende Vorteile gegenüber den ohne bildgebende Kontrolle durchgeführten „blinden“ Injektionen. Hauptanwendungsgebiet sind degenerative Wirbelsäulenerkrankungen und Bandscheibenvorfälle der Hals- und Lendenwirbelsäule, durch die die Nervenwurzeln schmerzhaft gereizt werden. Meistens werden zwei bis fünf Ijektioen, meist im Wochenabstand, durchgeführt, um eine Schmerzreduktion zu erzielen.

Unter dem Begriff periartikuläre Injektion versteht man sogenannte Facettenblockaden, bei denen erkrankte Zwischenwirbelgelenke infiltriert werden. Eine epidurale Injektion ist eine Injektion in den Raum zwischen den Rückenmarkshäuten. Sie dient der Behandlung solcher Bandscheibenvorwölbungen oder –vorfällen, bei denen durch die entzündungsbedingte Schwellung einer oder mehrerer Nervenwurzeln eine Verengung des Wirbelkanals hinzutritt. Neben einem Lokalanästhetikum und Cortison wird oft auch eine Kochsalzlösung gespritzt, die durch den natürlichen Osmoseeffekt die Schwellung zusätzlich verringert. Die epidurale Injektion erfolgt je nach Lokalisation der Beschwerden entweder direkt zwischen zwei Wirbel oder aber als sacrale Injektion durch eine natürliche Öffnung am Steißbein. Eine Steuerung mit CT oder Röntgen ist hierbei nicht nötig.

Insgesamt stellt diese Therapieform eine sichere und aussichtsreiche Methode zur Behandlung chronischer Rückenschmerzen und sogenannter radikulärer Symptome dar (Schmerzausstrahlung in Hüfte oder Bein bzw. Arm und Ellenbogen, Missempfindungen, Kälteempfinden im Bein oder Arm, Kribbeln in Hand oder Fuß, Schwächegefühl in Arm oder Bein etc.)

 

Risiken und Nebenwirkungen:

Nach der Injektion kann es kurzfristig zu Taubheitsgefühlen oder Schwächen im betroffenen Gebiet (Arm oder Bein) kommen. Dies ist ein Effekt des örtlichen Betäubungsmittels, der rasch wieder verschwindet. Trotzdem sollte man danach nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen. Verletzungen von Nerven, der Rückenmarkshaut oder großen Gefäßen sind extrem selten, sollten jedoch als mögliche Komplikationen erwähnt werden. Kleinere Blutungen aus Hautgefäßen können mitunter ein größeren Bluterguß verursachen. Örtliche Betäubungsmittel können bei allergisch veranlagten Menschen Allergien auslösen, diese sind glücklicherweise extrem selten und können von uns sofort behandelt werden. Dauerhafte Nebenwirkungen durch das Kortisonpräparat (z.B. eine kortisoninduzierte Osteoporose) sind bei den niedrigen Dosierungen nicht zu erwarten. In seltenen Fällen kann es jedoch zu dosisunabhängigen Nebenwirkungen wie Wadenkrämpfen, Blutdruckanstieg, Flush (plötzliche Gesichtsröte), Akne oder Zyklusstörungen bei Frauen kommen. 

Insgesamt sind Komplikationen dieser Therapieform extrem selten. 

Bevor eine möglicherweise riskikoreiche Operation erwogen wird, sollten derartige Behandlungsformen erwogen werden. Viele Patienten können nach dieser Therapie trotz Bandscheibenschäden oder Verschleißerscheinungen an den kleinen Wirbelgelenken beschwerdeärmer leben, arbeiten und Sport treiben. Sogar nach Bandscheibenoperationen, die zu keiner dauerhaften Linderung der Beschwerden geführt haben, bieten diese Injektionsverfahren die Chance, effektiv zu helfen und den gereizten Nerv zur Ruhe bringen.

Zurück zur Hauptseite Therapie