Starke Ausprägung Hallux valgus

Lapidus Operation

Bei einer sehr stark ausgeprägten Abweichung des ersten Mittelfußknochens zur Mitte des Fußes hin und einer gleichzeitig auftretenden Instabilität eines Fußwurzelgelenkes („Tarsometatarsalgelenk“), reicht weder eine Parallelverschiebung des Knochens (OP nach SCARF) noch das Schwenken des Mittelfußknochens (open wedge-OP) aus. In diesen Fällen erscheint auch das Gelenk an der Basis des Mittelfußknochens nicht stabil genug, so dass vermutet werden muß, dass eine Korrektur innerhalb des Knochens schnell dazu führt, dass sich der Knochen wieder in die unerwünschte Fehlstellung zurückbewegt („Rezidiv“).

Der gesamte Knochen muß ausgehend von seiner Basis wieder in die ursprüngliche Richtung „zurückgeschwenkt“ und fixiert werden. Hierzu werden an den einander zugewandten Gelenkflächen zwischen erstem Mittelfußknochen und erstem Fußwurzelknochen („1. TMT-Gelenk“) die vorhandenen Knorpeloberflächen entfernt. Anschließend wird der Knochen zur Mitte des Fußes zurückgeschwenkt und das Gelenk mit einer unterhalb des Knochens angelagerten Titanplatte mit vier Schrauben versteift. Zur weiteren Sicherung wird häufig eine weitere „Zugschraube“ eingedreht. Das Gelenk der Großzehe wird dadurch stark zur Mitte des Fußes hin zurückverlagert, der Fuß wird deutlich schmaler. Die eingebrachten Metallteile müssen grundsätzlich nicht wieder entfernt werden. 

Äußerst selten drücken die Kanten der Platte jedoch und führen zu einer Metallentfernung. Es handelt sich bei dieser sehr konsequenten Operationstechnik um eine große Operation, die durchaus eine längere Heilungsphase nach sich zieht, insgesamt aber die größten Aussichten auf eine konsequente Korrektur und ein anhaltend stabiles Korrekturergebnis bietet.


Nachbehandlung:

Je nach Stabilität des Knochens sind vier bis sechs Wochen Vorfußentlastungsschuh und Kontrolltermine meistens eine, zwei, drei und sechs Wochen nach der OP notwendig.

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